Sensationelles Konzert im palästinensischen Ramallah

 „Orchester für den Frieden“, so Daniel Barenboim, setzt sich für den Dialog zwischen Arabern und Juden ein.

 

Ramallah/Redaktion ATV-Studio Halle. Daniel Barenboim dirigierte sein Orchester mit Musikern aus Israel, Palästina, Syrien Libanon, Jordanien, Tunesien, Ägypten und Spanien im Kulturzentrum der palästinensischen Stadt Ramallah.  Eine Sensation, denn nie zuvor konnten Israelis dieses Gebiet betreten.  Mit Hilfe der spanischen Regierung, die Diplomatenpässe für die Mitglieder des Orchesters ausgestellt hatte, wurde dieses Konzert ermöglicht. Dementsprechend hoch waren die Sicherheits-vorkehrungen auf israelischem und dem palästinensischen Gebiet. Dieses denkwürdige Konzert mit Werken von Beethoven und Mozart, produziert von EuroArts Music und ZDF/ARTE,  wurde am  21. August 2005 um 19.00 Uhr live bei ARTE gesendet.

Andreas Splett, ATV-Studio Halle, war Kameramann bei diesem bedeutenden Ereignis im Nahen Osten.

Die Angespanntheit ist Daniel Barenboim vor dem Konzert im Kulturzentrum Ramallah anzusehen. "Wir möchten, dass viele Menschen wirklich beginnen zu sehen und zu denken, dass es hier zwei Völker gibt, die sehr enge Verbindungen zu diesem Teil der Welt haben. Entweder bringen wir uns gegenseitig um, oder wir lernen das zu teilen was hier vorhanden ist. Das ist die Botschaft mit der wir hier nach Ramallah gekommen sind", sagte er in einer Rede vor seinem Publikum.

                      

 

Kameraleute und  andere Produktionsmitarbeiter  im Bus kurz vor  dem Checkpoint vor Ramallah. Rechts im Bild: Diplomaten-Checkpoint zwischen Tel Aviv und Ramallah

    

                                                             

Die Mauer trennt palästinensische Gebiete. Das Barenboim-Projekt versucht auch die Mauer in den Köpfen abzubauen.  Im rechten Bild:  Kontrolle unserer TV-Mitarbeiter am Checkpoint durch die Israelische Armee. Begleitet wurde der Bus durch Mitarbeiter und ein weiteres Botschaftsfahrzeug der Deutschen Vertretung. Die Israelischen Musiker kamen in gepanzerten Sicherheitslimousinen nach Ramallah. Ein Grund dafür waren nicht zuletzt die Vorfälle in Ramallah vom November 2000, als sich zwei israelische Soldaten in diesem Gebiet verirrt hatten und vor laufenden Kameras eines italienischen Fernsehteams von palästinensischen Extremisten ermordet wurden.

    

 Palästinensische Bewachung vor unserem Hotel (linkes Bild)  Kameramann Andreas Splett bei der ersten Konzertprobe an der Kamera 1, die mitten im Orchester platziert war. Der Lichtsetzende Kameramann Nyika Jancso (rechts im Bild) ist einer der erfahrensten Lichtgestalter bei Klassik- TV-Produktionen. Foto: Martin Baer

 

Sensationelle Annäherung:  Spiel zwischen Israelis und palästinensischen Zivil-Sicherheitsleuten

         

Großes Medieninteresse von Pressevertretern aus aller Welt. "Wir können nur den Hass verringern...", so Barenboim.

 

  

  

 

 

Gemeinsames Musizieren zur Überwindung von Hass - gegründet wurde diese Idee gemeinsam vom Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim und dem verstorbenen palästinensischen Kulturwissenschaftler Edward Said.

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

  

Bild links: Production Manager Oliver Rieger vor dem Übertragungswagen. Bild rechts: TV-Regisseur Michael Beyer (links), Kameramann Karl-Heinz Nitschke (mitte) und Aufnahmeleiterin Sabine Koch bei einem Meeting vor der Sendung.

               

 Nach der Livesendung:

Das Produktionsteam von EuroArts Music International.   Foto links: Paul Smaczny, der Produzent und Autor vieler Dokumentationen. Er begleitet seit vielen Jahren auch das Projekt von Daniel Barenboim.

  

UN-Fahrzeuge patrouillieren in Ramallah

Zwischen den Proben: Israelische Musiker werden durch palästinensische Kampfverbände in einem abgeschlossenen Areal geschützt. Im rechten Bild: Brotverkäufer zwischen fließendem Verkehr.

               


                            


                Menschen im Zentrum von Ramallah

                                  


                                                           Einer der mehreren hundert Checkpoints - über 700 zählte die UNO im Jahr 2004.

 


Impressionen einer Stadt, im Brennpunkt des Konfliktes zwischen Arabern und Juden.

 

Dokumentationen von Paul Smaczny  über das West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim, Edward Said auf DVD können hier bezogen werden.

Der Künstler und Onlinejournalist Erhard Arendt beschäftigt sich seit vielen Jahren auch mit dem Nah Ost Problem und hat auf seiner eindrucksvollen Homepage auch ein  Palästinaportal veröffentlicht, in dem  auch Fotos von Andreas Splett gezeigt werden, die während des Aufenthaltes des Kameramannes im August 2005 in Ramallah entstanden.

Photos Copyright © 2005 by Andreas Splett